Amanco

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„Amanco“ war der Markenname und die Abkürzung der „Associated Manufacturers Co.“ aus Waterloo/Iowa in den USA.

Gründung

Die Firma wurde 1898 als “Iowa Dairy Separator Co.”, also dem „Milchzentrifugenwerk von Iowa“ gegründet. Die „Associated Manufacturers Co.“, was frei übersetzt etwa „Vereinigte Maschinenfabriken“ bedeutet, entstand 1910 durch den Zusammenschluss der Iowa Dairy Separator Co., der Sherman Smith Manufacturing Co aus Independence/Iowa und der neu gegründeten Motorenfabrik von Theodore C. Menges. Menges hatte im selben Jahr eine Drehzahl-Verstell und -Regeleinrichtung patentieren lassen, die dann bei den Motoren zur Anwendung kam.

Motorenfertigung

Die Motorenfertigung wurde ab 1908 bei der Sherman Smith Mfg. Co. aufgenommen. Der Motorenbau wurde schnell sehr erfolgreich. Die Motoren waren recht einfach aufgebaut und dadurch sehr robust. Durch die enge Zusammenarbeit von Händlern und der Vertriebsabteilung wurde eine gute Kundenbindung erreicht. Wenn ein Händler ein „Associated“-Produkt verkaufen wollte, leitete er die Adresse des potentiellen Kunden an die Vertriebsabteilung weiter, die dann den Kunden betreute und ihm Werbematerial zusandte. Die Motoren trugen eingängige Namen, die man sich leicht merken konnte, wie z.B. „Hired Hand“ – der Leiharbeiter, „4 mule team“ – das Maultier-Vierergespann oder „Chore Boy“ – sinngemäß der Stallbursche. Außerdem wurden die Amanco-Produkte massiv beworben. F.C. Ohly, Leiter der 1904 gegründeten Niederlassung in Minneapolis berichtete, dass seine Lagerkapazität innerhalb von 9 Jahren viermal erweitert werden müsste, weil der Absatz an Motoren so gut war.

Schon bald wurden die Motoren von diversen anderen Firmen, vor allem Versandhäusern, in größeren Stückzahlen gekauft und unter eigenem Namen vertrieben.

Konstruktive Merkmale

Die meisten hergestellten Motoren (außer den Modellen „Colt“ und „Pony“) sind im Aufbau recht ähnlich und wurden im Laufe der Produktionszeit nur in Details geändert. Es sind liegende Einzylinder mit offenem Kurbeltrieb und Aussetzerregelung (Auslassventil bleibt bei Überdrehzahl geöffnet). Der Einlass erfolgt durch ein Schnüffelventil. Hauptsächlich für den britischen Markt wurden aber auch Motoren mit Drosselklappenregelung gebaut. Diese Motoren können dann auch mit Petroleum betrieben werden. Der Kraftstofftank befindet sich, wie bei vielen amerikanischen Motoren unter dem Zylinderkopf oder unter dem Kurbelgehäuse. Die Zündung erfolgt durch einen Niederspannungs-Magneten mit rotierendem Anker, die Abreißkontakte werden durch die Auslass-Stößelstange betätigt. Die größeren Modelle gab es nur mit Verdampfungskühlung, die kleineren Motoren gab es wahlweise auch luftgekühlt.

Erfolg außerhalb Amerikas

Auch außerhalb Amerikas, vor allem in Großbritannien waren die Motoren der Associated Manufacturers Co. sehr beliebt. Viele Tausend Motoren wurden zwischen 1911 und 1928 dort unter dem namen „Amanco“ verkauft. Dach wurden sie bis ca. 1950 hauptsächlich von der Bradford Gas Engine Co. unter Lizenz produziert. Die Amanco-Motoren lagen bei den Verkaufszahlen an dritter Stelle nach Lister und Petter. Dieser besondere Erfolg lag auch daran, dass die Motoren so günstig und einfach waren. Im Vergleich mit den englischen Motoren waren sie veraltet, grobschlächtig und nicht besonders aufwändig hergestellt. Aber sie funktionierten zuverlässig und waren günstig und anspruchslos.

Rückschläge

Trotz allem gab es auch Rückschläge in der Firmengeschichte. Die Associated Manufacturers Co. gab viel Geld für die Entwicklung von Traktoren und Lastwagen aus, die sich nicht am Markt behaupten konnten. Zumindest konnten die dafür entwickelten Motoren als Typ „Iowa Twin“ verkauft werden. Sie waren die größten Motoren der „Iowa Oversize“ Baureihe und unterschieden sich vom Schleppermotor nur durch den großen gusseisernen Sockel. Auch die 3/4 PS Colt Motoren der 1920er Jahre waren ein großer Flop. Der Werkskleiter der Associated Manufacturers Co. in Iowa soll einmal gesagt haben, „dass von 100 verkauften Motoren gefühlte 200 wieder zurückgenommen werden mussten.“ Sie wurden alle verschrottet und das ganze Unterfangen als negative Erfahrung abgeschrieben.

Ende der Motorenfertigung und Verkauf

Die Associated Manufacturers Co. beendete um 1930 die Motorenfertigung, um sich auf die Herstellung von Mlichzentrifugen zu konzentrieren. Die Weltwirschaftskrise wird auch ihren Anteil daran gehabt haben. 1946 wurde sie an die Hamilton Engineering Co. aus Chicago/Illinois verkauft.

Quelle

Diese Firmengeschichte basiert auf einem englischsprachigen Artikel von Bill Vossler, Rockville, MN, USA, mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.